Wer seid ihr, seit wann gibt es euch und wo seid ihr tätig?

Wir – die Soziale Dienste und Jugendhilfe gGmbH – sind seit 2016 im Bereich der Integrations- und Bildungsarbeit aktiv. An unserer Vision einer weltoffenen, interkulturellen Gesellschaft, die auf sozialer Gerechtigkeit, Toleranz, Integration und Inklusion aller Menschen basiert, arbeiten wir mit verschiedenartigen Projekten an unseren bundesweit zwölf Standorten.

Wir starteten ursprünglich mit dem Projekt Wir sind Paten, das wir im Rahmen des Programms „Menschen stärken Menschen“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bis heute umsetzen. Unsere Aufgabe besteht darin, Menschen, die Hilfe brauchen, mit denen zusammen zu bringen, die helfen wollen. Aus diesem Projekt heraus haben sich umfassende weitere Projekte entwickelt, bei denen wir uns stets denselben Grundsätzen bzw. Zielen verpflichtet haben, die in unserem Leitbild festgehalten sind. 

Diese sind: 

  • Förderung von sozioökonomisch benachteiligten Menschen
  • Integration von Geflüchteten in die deutsche Gesellschaft
  • Schaffung eines umfassenden teilnehmerorientierten Coachingangebotes
  • Schaffung eines umfassenden Weiterbildungsangebotes
  • Förderung des interkulturellen und interreligiösen Austausches
  • Weiterbildung und Förderung in Bezug auf Bildung, Erziehung und Kultur
  • Weiterbildung und Unterstützung muslimischer Familien in kulturspezifischen und sozialen Angelegenheiten
  • Förderung des ehrenamtlichen Engagements im Allgemeinen und des von Migrant:innen im Besonderen


Dabei verfolgen wir stets das Prinzip der Subsidiarität. Das heißt unsere Standorte arbeiten relativ unabhängig und haben alle ihr eigenes Handlungskonzept im Rahmen der Unternehmensziele entwickelt, woraus unterschiedliche aber grundsätzlich ähnliche Projekte resultieren. Einen guten Einblick in unsere Arbeit gibt unsere Website www.soziale-dienste-jugendhilfe.de

Welche Erfahrungen zu antimuslimischen Rassismus bringt ihr mit und wie engagiert ihr euch gegen antimuslimischen Rassismus?

Unsere Erfahrung umfasst Argumentationstrainings gegen antimuslimischen Rassismus, rassismuskritische Projekte und, wie oben beschrieben, niedrigschwellige Begegnungsarbeit.

Mit unserem Projekt Islamische Wohlfahrtspflege unterstützen wir seit Mai 2018 verschiedene islamische Gemeinden in Sachsen beim Auf- und Ausbau ihrer Sozial- und Integrationsarbeit. Auch hier orientieren wir uns stets an den Bedarfen vor Ort und entwickeln in Abstimmung mit den jeweiligen Gemeinden passgenaue Angebote und Maßnahmen, die es den Gemeinden erlauben, ihre Strukturen nachhaltig weiterzuentwickeln. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.  
Nun sind wir gemeinsam mit dem Haus der sozialen Vielfalt e.V. federführend mit der Durchführung der Bündnisarbeit gegen antimuslimischen Rassismus und Sachsen betraut.

Zu welchen weiteren Ideologien der Ungleichheit (welcher gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit) arbeitet ihr darüber hinaus bzw. habt ihr bisher gearbeitet?

Rassismus thematier(t)en wir in vielfältigen Erscheinungsformen, etwa gegenüber Vertragsarbeiter:innen in der DDR und gegenüber Geflüchteten. Zu historischem und zu gegenwärtigem Antisemitismus organisieren wir Fahrten und Veranstaltungen. Wir sind Mitglied im Demokratie-Bündnis Tolerantes Sachsen, im Bündnis gegen Antisemitismus Ostsachsen sowie Gründungsmitglied in der Bundesallianz der Migrantenorganisationen gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit.

Was wollt ihr ins Bündnis einbringen?

Aus unserer Organisation arbeiten zwei Kolleg:innen direkt im Bündnis, bauen die Infrastruktur auf, pflegen Kontakte, laden zu Werkstätten und Veranstaltungen ein und erarbeiten Strategievorschläge. Ihnen steht jedoch die gesamte SDuJ zur Seite, wenn es um die Realisierung konkreter Anliegen und inhaltlichen Austausch geht.

Was wünscht ihr euch vom Bündnis?

Wir wünschen uns ein handlungsfähiges, breit vernetztes Bündnis, das für antimuslimischen Rassismus in Sachsen sensibilisiert. Dafür wollen wir zu einem vertrauensvollen Austausch der bereits Engagierten beitragen und neue Akteur:innen hinzugewinnen.

Wie kann man euch kontaktieren?

Zschochersche Str. 50
04229 Leipzig
Tel.: 0211 – 33 98 12 06 
 E-Mail: info[at]soziale-dienste-jugendhilfe.de



beantwortet am 27.03.2023